Der Bürgermeister berichtet von einer Welle der Solidarität. Was die Polizei zur Ursache und zur Schadenshöhe sagt.
Röthenbach Nach dem Großbrand im früheren Bahnhotel in Röthenbach in der Nacht zum 27. Dezember ist die Brandursache unklar. Das teilt das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West auf Anfrage unserer Redaktion mit. Der Sachschaden an dem Mehrfamilienhaus liege im höheren sechsstelligen Bereich, die kriminalpolizeilichen Ermittlungen dauern an. Währenddessen laufen in der Gemeinde Röthenbach die Hilfsmaßnahmen für die Betroffenen auf Hochtouren.
Die höchste Priorität sei weiterhin, allen Betroffenen eigenen Wohnraum zu organisieren, erklärt Bürgermeister Stephan Höß. Alle der insgesamt 15 Hausbewohner haben aktuell ein Dach über dem Kopf. Die Hilfe von Familien und Freunden war dabei essenziell. Dort kamen viele der Betroffenen direkt nach dem Brand unter. Andere wurden in Ferienwohnungen oder im Freizeitzentrum beherbergt.
„Das hat alles super geklappt“, sagt Höß über die ersten Hilfsmaßnahmen. Nach und nach finden die Betroffenen nun aber wieder eigene Wohnungen. So konnte die Gemeinde etwa eine der Familien in einem Haus in Riedhirsch unterbringen. Und auch mit Blick auf Unterkünfte für die anderen Bewohner sagt Höß: „Es schaut ganz gut aus.“
Im Hintergrund sammelt die Gemeinde gemeinsam mit dem „Allgäuer Hilfsfonds“ weiterhin Geldspenden für die Betroffenen. Zusammen mit der Hilfsorganisation wurde noch am Tag des Brandes ein Spendenkonto für die Bewohner eingerichtet. Damit konnten inzwischen erste Erfolge verzeichnet werden. Insgesamt hat die Gemeinde Röthenbach 15.000 Euro an die Brandopfer verteilt, 1000 Euro für jeden Hausbewohner.
„Die Spendenbereitschaft ist überwältigend“, sagt Höß. Die Menschen seien engagiert und hilfsbereit. Bereits wenige Stunden nach dem Brand boten mehrere Menschen Sachspenden im Internet an, und auch örtliche Betriebe engagierten sich in den vergangenen Tagen mit Benefizaktionen.
So verkaufte etwa der M.L. Getränkemarkt bei einer gemeinsamen Aktion mit den Marktgrillern und weiteren Betrieben aus der Region am Freitag unter anderem Kässpatzen und Getränke für den guten Zweck. All diese Hilfe würden die Betroffenen auf jeden Fall wahrnehmen, versichert Höß, „Sie sind alle sehr dankbar.“
Die Gemeinde freue sich weiterhin über jede Geldspende, erklärt der Bürgermeister. Sachspenden für die Brandopfer werden aktuell aber noch nicht angenommen. Zunächst müsse man schauen, wie die neuen Wohnräume der Betroffenen ausgestattet sind. Danach würde die Gemeinde einen Aufruf starten.
➤ Wer die Betroffenen unterstützen möchte, kann eine Geldspende auf das folgende Bankkonto überweisen: Allgäuer Hilfsfonds, Sparkasse Allgäu, IBAN: DE94733500000000002857. Verwendungszweck: Brand Bahnhotel. Der Verwendungszweck muss angegeben werden, damit das Geld bei den Familien ankommt.
Am Freitag gab es eine Hilfsaktion mit Essen und Getränken beim Getränkemarkt am Bahnhof in Röthenbach. Die Unterstützer und Sponsoren kamen nicht nur aus Röthenbach, sondern auch aus Nachbargemeinden. Foto: M.L.